Neujahrsempfang der Stadt Oettingen 2023

Neujahrsemfpang der Stadt Oettingen BGM. Heydecker

Nach zweijähriger pandemiebedingter Pause konnte am 06.01.2023 die schöne Tradition des festlichen Neujahrsempfangs der Stadt Oettingen i. Bay. endlich wieder fortgeführt werden. Bürgermeister Heydecker lud Unternehmer, Einzelhändler, Ärzte, Gastronomen Vereinsvorstände und Führungskräfte wichtiger Oettinger Einrichtungen in die Aula der Grund- und Mittelschule Oettingen zur persönlichen Begegnung, zum Dialog und zum Gedankenaustausch ein. 

 

Für den Neujahrsempfangs 2023 habe er sich für das klassische kommunalpolitische Thema "Entwicklung der Innenstadt" entschieden, so Bürgermeister Heydecker in seiner Neujahrsansprache. Er vergleicht die Innenstadt mit einem Herz. Ohne ein gesundes, starkes Herz könne kein noch so vitaler Körper seine volle Leistungsfähigkeit abrufen. 

 

Gerade was die Wirtschaft, die Politik und die die Gesellschaft angehe, müsse man sich neuen Herausforderungen stellen, meint das Stadtoberhaupt. Das Akronym "VUKA" beschreibe diese Herausforderungen der aktuellen Welt und setze sich aus den Anfangsbuchstaben der Worte Volatilität, Ungewissheit, Komplexität und Ambivalenz/Ambiguität zusammen.

 

Volätilität - Damit sei gemeint, dass sich Märkte und Technologien in atemberaubendem Tempo verändern. Bürgermeister Heydecker Neujahrsempfang 2023

Ungewissheit -  Wann und wie sich Märkte, Verhaltensweisen und die Gesellschaft verändern oder entwickeln kann man nicht vorhersagen. 

Komplexität - Die  globalen Märkte, internationale Lieferketten, Produktionen und Rohstoffmärkte sind auf unterschiedlichster Weise voneinander abhängig und stehen in ständiger Interaktion miteinander. 

Ambiguität - bedeutet Mehrdeutigkeit und besagt, dass man täglich mit Informationsüberfluss konfrontiert würde, der es erschwere, Situationen eindeutig zu bewerten. 

 

Lange Zeit seien die Innenstädte Orte des Wirtschaftens und des Handels gewesen. Heute habe sich das Bild dramatisch gewandelt. Das Internet, der Onlinehandel und die Entwicklungen der "VUKA-Welt" hätten das Einkaufsverhalten der Menschen stark verändert. Die Pandemie mit den Ausgangssprerren habe diese Entwicklung dazu noch verstärkt. Mehr und mehr Leerstände seien in der Oettinger Innenstadt zu verzeichnen, bestehenden Geschäften fehlten zum Teil die Nachfolger. "Wie könne man mit dieser Situation umgehen?", so Bürgermeister Heydecker . 

 

Zuerst müsse man diese Entwicklung anerkennen und akzeptieren, führt Bürgermeister Heydecker weiter aus, nur dann käme man zum zweiten Schritt, dem Handeln. Man müsste die Oettinger Innenstadt "anders denken", neu denken! Er betont explizit, dass der Handel, die Dienstleister und Gastronomen in der Innenstadt einen sehr wichtigen Beitrag zur Nahversorgung der Bürgerinnen und Bürger leisten würden. Es müssten Gründe geschaffen werden, damit Menschen in die Innenstadt kämen. Die Aufenthaltsqualität der Innenstadt sollte gesteigert werden, indem Orte für Begegnungen geschaffen würden. So wie es in der Pandemie bereits einige Geschäftsinhaber getan und neue Läden eröffnet haben:  

 

  • Edelstahl & Schmankerl Geschenkhütte
  • S´Lädle am Eck
  • Café Ratsch
  • Ries-Glück - feines vom Krater 
  • die Praxis "ganz-gesund"

 

Auch die Aktion Straßenmusik am Wochenmarkt hätte Leben auf den Marktplatz gebracht. 

 

Zum Schluss seiner Ausführungen zieht er das Resümee: Die öffentliche Hand und die Politik könnten nur die Rahmenbedingungen vorgeben, mit Leben füllen müssten diesen Rahmen private Initiatoren. 

Bürgermeister Heydecker sieht vier Eigenschaften, die in der aktuellen Situation für die Innenstadt, aber auch in der VUKA-Welt besonders wichtig sind:

  • Die Bereitschaft zur Veränderung!
  • Die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen!
  • Mut, Neues zu wagen und Entscheidungen zu treffen
  • Die Fähigkeit, sich in den Standpunkt des anderen hinein zu versetzen. 

 

Er sei aber überzeugt, dass der Wandel in Oettingen gestaltet werden könne - gemeinsam mit den Unternehmen, den Führungskräften,  den Verantwortlichen in Institutionen und Vereinen, den politischen Entscheidungsträgern, dem Stadtrat und einem breiten bürgerschaftlichem Engagement. 

 

Die Stadt Oettingen hat Herrn Dipl.-Kfm. (Uni.) Ingo Wessel beauftragt, die Stadt bei diesem Wandel zu unterstützen. 

 

Sternsinger

Doch bevor Dipl.-Kfm. (Uni.) Ingo Wessel ans Rednerpult treten kann, kommen die Sternsinger der Kath. Kirchengemeinde in der Aula. Bürgermeister Heydecker heißt sie herzlich willkommen.

 

Die 65. Aktion Dreikönigssingen steht unter dem Motto „Kinder stärken – Kinder schützen – in Indonesien und weltweit.“ Dabei machen die Sternsinger auf Mädchen und Jungen aufmerksam, die physischer, sexualisierter oder psychischer Gewalt ausgesetzt sind.

 

Bürgermeister Heydecker lobt den engagierten Einsatz der jungen Leuten und bittet die Anwesenden, die Sammelbüchsen der Sternsinger gut zu füllen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem kleinen Intermezzo tritt Herr Dipl.-Kfm. (Uni.) Ingo Wessel ans Rednerpulte und stellt sein Konzept zur Belebung der Oettinger InnenstadtIngo Wessel vor. 

 

  

„Oettingen - Stadt der Manufakturen - Begegnung fördern, Wertvolles schaffen,

einmalig sein –  Impulse zur nachhaltigen Entwicklung der Innenstadt “

 

 

Herr Wessel stellt dar, dass alle Innenstädte heutzutage mit den selben Problemen zu kämpfen hätten: Leerstände und fehlende Nachfolger. Zudem würden in den Geschäften der Innenstädten  immer die selben Marken und Produkte angeboten. Es sei angesagt, in den Innenstädten zu wohnen und viele Immobilienbesitzer würden versuchen, ihre Leerstände durch das Anbieten von Wohnraum zu kompensieren. Seiner Meinung nach sollten die Räume in den Obergeschossen als Wohnungen genutzt werden. Für die Zimmer im Erdgeschoss zeigt er eine andere Idee auf. 

 

Oettingen sei eine historisch gewachsene Stadt, mit engen Gassen, schmalen Eingängen, niedrigen Decken. Dazu sei Oettingen bekannt durch das Fürstenhaus, die Brauerei und den Historischen Markt. Zudem sei Oettingen eine Schulstadt mit vielen jungen Menschen.  Dies alles sei Oettingen großes Potential und Qualität. Er könne sich Oettingen als "die Stadt der Manufakturen" vorstellen. 

 

Die Erdgeschoss-Räume mit Schaufenstern zur Straße hin eigneten sich hervorragend als Aushängeschild für kleine Spezial-Läden, Service-Einrichtungen oder Dienstleistungsangebote. Dahinter könnte das Büro, ein Lager oder die eigentliche Werkstatt eingerichtet werden. 

 

Das Kundenverhalten habe sich in den letzten Jahren stark verändert. Kunden von heute kauften Produkte und Dienstleistungen anders als früher. Die Wertschätzung für das Handwerk und den Service sei enorm gestiegen.

 

Er sei sich sicher, wenn man in Oettingen zusammenrücke und gemeinsam daran arbeite, könne es gelingen, innerhalb von 10 Jahren ca. zwanzig kleine Manufakturen, also Werkstätten, in denen handwerklich individuelle Dinge hergestellt werden, in Oettingen anzusiedeln. Er denke dabei an z. B. Gitarren- oder Instrumentenbauer, Möbelmacher, Schokolaterie, Patisserie, Designer Kleidung, Blaudruck, Gin oder Spirituosen, anfertigungen von großen Schuhen oder außergewöhnliche Kleidergrößen, besondere medizinische Ausstattungen wie Verkauf von Hörgeräte, Tuning von E-Bikes, Puppendoktor, etc. 

 

"Der Kunde bezahlt Wertvolles mit gutem Geld", meint Herr Wessel. Wenn es mehrere Geschäfte mit einzigartigen Angeboten gäbe, kämen die Kunden gezielt zum Einkaufen nach Oettingen - auch von weit her. 

  

Ziel müsse sein, jedem Gebäude in der Innenstadt eine öffentliche Nutzung zukommen zu lassen. Da sei man insbesondere auf die Unterstützung der  Immobilienbesitzer angewiesen. Oettingen habe gegenüber anderen Städten bereits einen kleinen Vorsprung. Die Innenstadtreferentin, Frau Barbara Binder, sei fachliche Unterstützung sowie Bindeglied zwischen Stadtverwaltung, Einzelhandel und Unternehmen. 

 

Aber: Die Stadt der Manufakturen könne nur verwirklicht werden, wenn sich alle Oettinger Unternehmer, Einzelhändler, Gastronomen, Vereine und Entscheidungsträger vernetzen und als eine Gemeinschaft eng zusammenarbeiten. Herr Ingo Wessel ruft die Anwesenden auf, sich zu vernetzen und gemeinsam an Oettingens Zukunft zu arbeiten.  

  

 

 

Stadtradeln Team Mittwochs-RadlerZum Abschluss des Neujahrsempfangs bat Bürgermeister Heydecker das Ehepaar Ursula und Günther Hertle auf die Bühne. "Was man mit einer Gemeinschaft erreichen kann, das haben die Radler beim Oettinger Stadtradeln gezeigt.", freut sich Bürgermeister Heydecker.  

 

420 aktive Oettinger Radelnde haben beim Oettinger Stadtradeln 132.838 km erradelt. Bundesweit hat Oettingen bei den Kommunen unter 10.000 Einwohnern den 3. Platz belegt, bayernweit den 2. Platz.

In der Teamwertung erreichten die Oettinger Radler die Plätze 2, 3 und 4 und stellten den besten Einzelfahrer. 

 

 

 

 

 

Auswertung für Oettingen:  

1. Platz: Die 67 Mittwochs-Radler haben unter Team-Kaptain Günther Hertle 35.462,3 km erradelt.

2. Platz: Das Team AchtSechsSieben SC mit Team-Kaptain Tobias Janu radelten 21.393,3 km.

3. Platz:  Das Team GesundheitsCentrerLißmann  brachten 20.026,2 km auf den Tacho. 

 

Bürgermeister Heydecker kündigt an, dass für die geradelten Kilometer in der Stadt Oettingen 13 neue Bäume gepflanzt werden und lädt die Radler der drei Gewinnerteams recht herzlich zu einem Imbiss am Gesundheitstag am 23.04.2023 ein.   

 

 Neujahrsemfpang der Stadt Oettingen

Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang vom Ziach-Duo "AAfach-Zwaafach", Herrn Friedrich Stierhof und Frau Eveline Grimmbacher. 

 

 

 

StadtcafeFür das leibliche Wohl sorgte Heidi Dürrnberger mit Team. 

 

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